Vom Glück, zuhause zu bleiben
Heute freue ich mich über einen Gastbeitrag von Journal-Coach Kerstin Heine, der mir richtig Lust auf einen Urlaub zuhause gemacht hat. Kerstin hat mit mir auch das diesjährige Sommercamp gestaltet und wir freuen uns schon sehr auf euch!
Von Kerstin Heine
Diesen Sommer verbringen wir komplett zuhause. Endlich!
Für leidenschaftliche Sommer-Ferien-Verreisende ist dieser Jubel vielleicht ein bisschen unverständlich. Das kann ich gut nachvollziehen. Früher waren Sommer und Verreisen auch für mich ein unzertrennliches, glückliches Paar. Einerseits fühle ich mich im Sommer zuhause besonders wohl, denn ich habe das Glück, in einer Gegend zu wohnen, in die andere kommen, um Ferien zu machen. Andererseits haben wir einen grossen Garten, eine grosszügig bepflanzte Terrasse und viele Kübelpflanzen auf dem Vorplatz. Haus und Hof in Zeiten von Dauerhitze und ausbleibendem Regen zu verlassen, fällt mir deshalb nicht leicht.
Lieblingsplätze statt Urlaubskoffer

Am meisten reizt mich das Zuhausebleiben aber, weil ich hier in der Umgebung ein paar echte Lieblingsplätze habe, die vor allem im Sommer locken – zum Schreiben, Zeichnen, Freundinnen treffen, Kaffee trinken oder einfach zum Sein.
Ich liebe es, schon früh morgens, bevor der grosse Ansturm beginnt und die Luft noch frisch von der Nacht ist, an einem dieser Orte zu sitzen und den Moment still zu geniessen.
Nicht in den Urlaub zu fahren, bedeutet für mich: Ich muss nichts planen, nichts recherchieren, keine Entscheidungen treffen, nicht packen, nicht in letzter Minute noch Dinge besorgen und organisieren, keine langen Autofahrten in Hitze und Stau ertragen und keine enttäuschten Erwartungen am Urlaubsort erleben.
Ich kann einfach morgens aufstehen, wenn die Vögel, das Tageslicht oder meine innere Uhr mich wecken, die Badesachen schnappen und an den See fahren, der um diese Zeit noch still und beinahe unbevölkert ist. Oder ich packe mein Journal und ein paar Stifte ein, vielleicht noch eine Decke – und vorsichtshalber die Badesachen 😉 – und mache mich auf den Weg zu meinem Lieblingscafé am See. Dort wird geschrieben, Kaffee getrunken und geschaut. Oder ich tauche in die kühle grüne Blätterhöhle ein, spaziere durch den Wald zu meiner Lieblingsbank, begrüsse dort den Morgen – und schreibe.
Mit den Augen einer Touristin
Du vermutest richtig: Ich bin ein Morgenmensch. Das kommt mir bei den derzeitigen Temperaturen von 35 Grad sehr zugute. Spätestens gegen elf Uhr ziehe ich mich dann in unsere dank geschicktem Lüftungsmanagement einigermassen kühle Stube zurück und widme mich meinen Ferien-Beschäftigungen – oder dem Faulenzen, Dösen und Tagträumen.
Herrlich, so ein Sommer ohne verreisen zu müssen.
Gleichzeitig macht es mich dankbar und glücklich zu merken, dass ich für erholsame Ferien gar nicht so viel brauche. Auch hier gibt es genug Neues zu entdecken, das ich im Alltag übersehe oder aus Zeitmangel links liegen lasse. Es gibt so viel Schönes, für das ich weder stundenlang im Stau stehen noch hohe Reisekosten auf mich nehmen muss.
Im Sommer nehme ich meine Heimat mit anderen Augen wahr. Oft mit dem Blick einer Touristin, die ihre Umgebung zum ersten Mal entdeckt. Das Abenteuer kann ich mir auch hierher holen: unbekannte Orte erforschen, Neues ausprobieren oder mir einfach ein kleines neues »Spielzeug« gönnen.
Schreibend durch den Sommer

Und ich kann mich einer Gruppe Gleichgesinnter aus dem gesamten deutschsprachigen Raum anschliessen und gemeinsam mit ihnen das Sommer-Schreibcamp bevölkern.
Hier finde ich inspirierende Schreibeinladungen, die mich den Sommer und meinen Urlaub noch bewusster erleben lassen. Ich lerne schreibfreudige Menschen kennen und freue mich auf anregende Begegnungen und vertiefende Gespräche.
Natürlich könnte ich das genauso gut von einem Urlaubsort aus tun. Aber ich geniesse es dieses Jahr mit grosser Freude von zuhause aus: auf der Terrasse, in der Hängematte im Garten, mit einem kühlen Getränk am See, auf einer schattigen Bank im Wald oder wo auch immer es mich hinverschlägt.
Vielleicht treffen wir uns ja im Sommer-Schreibcamp – von Hängematte zu Hängematte?
Schreib doch einmal auf:
Wenn ich in einer Hängematte schaukeln könnte – wo würde sie hängen? Und wie würde ich mich fühlen, wenn ich mich darin vollkommen entspannen könnte?
Genussvolle Sommertage für dich!
Kerstin
