Schreibräume

Es funktioniert. Zeit und Ort festlegen, hingehen und hinsetzen, Timer an und los schreiben. Hat eben wieder super geklappt. Und ich bin super happy.

Anberaumt war ein Memoir-Schreibtreff von 10 bis 13 Uhr in der hiesigen Stadtbibliothek. Gekommen war niemand – außer mir. Eine Frau erkältet, eine andere bei der Arbeit, der dritte hat den Termin wohl vergessen, eine vierte hat diesen Samstag keine Zeit, die fünfte keine Lust …

Egal. Schreibräume entstehen, weil ich sie mir schaffe. Das geht mit anderen zusammen natürlich noch leichter, wie sich beim gut besuchten Schreibtreff davor gezeigt hatte. Dann bekommt man außerdem Resonanz auf eigene Texte, gute Tipps fürs Weiterschreiben, eine Idee, eine Ergänzung, einen Schluss-Satz. Aber es geht auch allein.

Heute habe ich wieder gespürt, wie gut diese Selbstverpflichtungen tun. Und dass sie mir helfen, den Schweinehund zu überwinden, wenn unliebsame Überarbeitungen anstehen oder schwierige Szenen zu schreiben sind. Drei Stunden Lektorat vergingen gerade wie im Flug. Und dann noch eine produktive halbe Stunde für ein Freewriting einer Memoir-Szene. Klasse.

Das gute Gefühl, mein Schreibdate mit mir selbst eingehalten zu haben, ist schwer zu toppen. Es steigert mein Vertrauen in mich als Autorin, und ja, ich benutze dieses Wort mittlerweile mit Überzeugung.  Es steigert meine Produktivität, denn manchmal braucht es einfach Zeit, um einen Text besser zu machen. Nicht Genie, nicht den Kuss der Muse, kein Koffein und auch keine besondere Intelligenz – sondern einfach nur Zeit und einen Schreibraum.

Den verlasse ich nun ins wohlverdiente Wochenende. Morgen feiern wir zuhause Thanksgiving mit Freumilie (Freunde und Familie). Ich werde für vieles dankbar sein – unter anderem für wunderbare Schreibräume und – stunden.

PS: Der nächste Schreibraum für autobiographische Projekte öffnet sich am 14.12., 16 bis 19 Uhr, in der Stadtbibliothek Bremen. Herzlich willkommen!

 

0 Kommentare zu „Schreibräume“

  1. Prima Idee, und beim nächsten Termin möchte ich mich einklinken, allerdings nur virtuell, denn ich wohne nicht in Bremen und der Weg ist einfach zu weit. Aber ich nehme mir fest vor, mich zu Hause hinzusetzen und in dieser Zeit an meinem Projekt zu arbeiten

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