„Lebenslinien“ – Ein Tag voller Inspirationen und spannendem Austausch
Fachtag am 6.3.2026 im Kreativhaus in Münster – Doris Reich erklärt, worauf wir uns freuen können
Dies ist eine Einladung an dich: Am 6. März veranstaltet das Team vom Kreativhaus Münster den Fachtag „Lebenslinien: Der Weg zum wahren Selbst in Therapie, Coaching und Beratung“. Expertinnen werden dort berichten, wie sie Biografiearbeit einsetzen und selbst davon profitieren.
Es gibt eine Keynote, in der ich über die Superpower des Erzählens spreche werde und es gibt zwei Workshops von mir, in denen du ein Mini-Memoir beginnen und Kürzestgeschichten schreiben kannst, um Entlastung und Heilung zu fördern. Außerdem gibt es weitere spannende Angebote von Kolleg:innen, die euch in ihre Lieblingsmethoden der Biographiearbeit einweihen.
Das wahre Selbst – oder: Wir sind viele
Nun werden einige einwenden, es sei durchaus nicht sicher ist, dass es ein einziges „wahres Selbst“ gibt. Schließlich haben unterschiedliche psychologische Richtungen da ganz unterschiedliche Konzepte. Sicher ist jedoch: Wir brauchen die Idee eines verlässlichen Kerns, auch wenn wir in uns manchmal sogar gegensätzliche Anteile spüren – etwa die Mutige und das Angsthäschen. Die Fürsorgliche und die Strenge. Den Kritiker und das Faultier … .
Sicher ist auch: Es gibt wenig Wichtigeres im Leben, als sich mit sich selbst und seiner Biografie auszukennen, um einen guten, passenden Weg für sich zu finden. Dabei kann das Erzählen von Geschichten – und das Aufschreiben – ein Königinnenweg sein. Damit lassen sich Krisen und sogar Traumata integrieren und ein Fundament für die Zukunft legen.

Und weil das Thema – die eigene Lebenslinie finden – uns alle angeht, habe ich eine der Organisatorinnen, Doris Reich, befragt, die übrigens auch eine begeisterte Journal-Coaching ist. Zunächst wollte ich wissen, ob denn auch Nicht-Expert:innen teilnehmen dürfen.
Hier lest ihr, was Doris Reich mir auf meine Fragen geantwortet hat:
Doris: Die Fachtagung „Lebenslinien: Der Weg zum wahren Selbst in Therapie, Coaching und Beratung“ richtet sich an Therapeut:innen, Coach:innen und Berater:innen sowie an alle Interessierten, die die transformative Kraft der Biografiearbeit kennenlernen möchten. Eingeladen sind Menschen, die andere professionell begleiten und die Methodik der Biografiearbeit vertiefen möchten, ebenso wie Fachleute aus angrenzenden Feldern wie Jugendarbeit, Theaterpädagogik oder Sprache und Kommunikation.
Birgit: Darf ich auch kommen, wenn ich nur an meiner eigenen Biografie arbeite?
Doris: Ja, alle Menschen, die die eigene Lebensgeschichte erkunden möchten und sich für innere Prozesse, Übergänge und persönliche Entwicklung interessieren, sind willkommen. Biografiearbeit ermöglicht, die eigene Herkunft und Identität besser zu verstehen, Ressourcen sichtbar zu machen und neue Gestaltungsspielräume für aktuelle und zukünftige Lebenssituationen zu entdecken, das gilt für die eigene Biografie ebenso wie für die professionelle Praxis.
Birgit: Was erwartet die Teilnehmer:innen genau?
Doris: Wir erleben einen Fachtag mit Impulsvortrag, Workshops und Austausch, der Theorie und Praxis der Biografiearbeit verbindet. Nach dem Vortrag von dir „Ich bin meine Geschichte – Über eine angeborene Superkraft und ein Leben, das sich echt anfühlt“ vertiefen Workshops unterschiedliche Zugänge: schreibend, sprachlich, mehrsprachig, theaterpädagogisch und mit kreativen Methoden, die das „wahre Selbst“ sichtbarer und erfahrbarer machen. Außerdem gibt es ganz leckeres Essen und das Kreativ-Haus bildet einen wunderbar inspirierenden Rahmen.
Birgit: Warum ist das „wahre Selbst“ so wichtig – und wie kann uns die Tagung auf dem Weg dahin helfen?
Doris: In vielen Lebensgeschichten gibt es Erfahrungen, in denen Menschen sich fremdgesteuert oder von äußeren Erwartungen überformt erleben: „Da war ich gar nicht ich selbst“, beschreibt dieses Gefühl sehr treffend. Biografiearbeit lädt dazu ein, in der eigenen Geschichte den „unversehrten Kern“ zu entdecken, also das, was bleibt, wenn Rollen, alte Verletzungen, Geschichten und Zuschreibungen in den Hintergrund treten; die Tagung öffnet dafür konkrete Erfahrungsräume, indem sie zeigt, wie Schreiben, Erzählen, Sprache, Theater und kreative Zugänge helfen können, diesem eigenen Selbst näherzukommen und es als Ressource für Heilung, Entwicklung und berufliche Begleitung zu nutzen.
Birgit: Wenn du einen Wunsch frei hättest – was würde auf dieser Tagung passieren?
Doris: Wenn ich einen Wunsch für diese Tagung frei hätte, dann wäre es, dass die Teilnehmer:innen eine Form von innerer Stimmigkeit erleben, einen Moment, in dem sie spüren, wie sich ein Leben anfühlt, das „dem eigenen Wesen entsprechend“ gelebt wird, und in dem die eigene Lebensgeschichte nicht mehr nur Belastung, sondern auch Ressource ist.
Außerdem wünsche ich mir einen lebendigen fachlichen Austausch: Menschen aus Therapie, Coaching und Beratung, die sich gegenseitig inspirieren, unterschiedliche Zugänge zur Biografiearbeit kennenlernen und mit neuen, ganz konkreten Ideen nach Hause gehen, wie sie ihre Klient:innen auf dem Weg zu mehr Selbstverbindung und Gestaltungskraft begleiten können.
Birgit: Ich danke dir und bin schon sehr gespannt auf diesen kreativen, inspirierenden Tag und den Austausch!
Hier kannst du dich anmelden!
