Menschen sind soziale Wesen, schon im Mutterleib entstehen in den Körper eingeschriebene Muster, die auf Verbindung mit anderen Menschen abzielen. Für Embryos und Neugeborene ist das überlebenswichtig. Und es bleibt für sie lebenswichtig, sagt Gerald Hüther, Neurobiologe. Allerdings vergessen wir das im Laufe der Jahre.
Hüther sagt das in dem Dokumentarfilm Alphabet, den ich vor zwei Tagen im Kino sah und der mich zum Nachdenken über gängige Vorstellungen von Bildung und Erziehung gebracht hat:
Ein hochrangiger Wissenschaftler aus dem Pisa-Gewinner-Land China beklagt in dem Film die Selbstmorde junger Chinesen, die sich umbringen, weil sie in den Aufnahmeprüfungen für Eliteunis versagt haben.
Ein hochrangiges Ex-Vorstandsmitglied der Telekom hat beobachtet, dass Manager, die durch ein enges deutsches Bildungssystem gegangen sind, immer weniger kreativ und innovativ sind. Und statt dessen immer häufiger depressiv werden.
So weit sind die Musterschüler der Unternehmensberatung McKinsey noch nicht, die der Film 2012 bei einer Preisverleihung zeigt. Man wünscht sich jedoch, dass sie die Geschicke unseres Landes bitte, bitte nicht mitbestimmen, wenn man hört, was sie von Top-Managern erwarten: Leistung und Einsatz – egal, wie. Und wie sie Frauen sehen: Als Unternehmensrisiko, denn sie könnten ja schwanger werden.
Haben wir diese Entwicklungsstufe nicht gerade überwunden?
Als Mutter bietet mir der Film zum Glück Beispiele, die Mut machen: Ein Mann mit Downsyndrom hat einen Universitätsabschluss gemacht und ist heute Psychologe. Außerdem ist er ein Mensch voller Lebensmut, Stärke und Humor.
Ein Junge, der weder von Eltern noch in einer Schule unterrichtet wurde – ist heute Musiker, Gitarrenbauer, Universitätsdozent. Er sagt, er kennt keine Angst, weil er nie mit anderen konkurrieren musste.
So unterschiedlich die beiden Menschen und ihre Leben sind, ihren Geschichten ist eines gemeinsam: Beide durften als Kinder ihren Interessen und ihrem Wissensdurst folgen und hatten Menschen um sich, die ihnen im richtigen Moment Anregung und Unterstützung geben konnten. In diesem Sinne waren diese Kinder extrem privilegiert.
Dieses Umfeld haben nicht alle Kinder.
Und wir leben in einem System, das Konkurrenz und Leistungsdenken fördert. Trotzdem hat mir der Film Mut gemacht.
Mut dazu, noch mehr den Gaben und Talenten von Kindern zu vertrauen, meinen eigenen Gaben als Mutter und den Gaben und Talenten meiner Mitmenschen.
Mein liebstes Erziehungsmotto ist darum eine afrikanische Weisheit, die auf die Verbundenheit von Menschen setzt und auf die Verantwortung, die alle Mitglieder einer Gemeinschaft füreinander haben:
„Um Kinder zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf“.(Afrikanisches Sprichwort)
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