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Monthly Archive for: 'Juni, 2015'

Eben saugte ich meinen Schlafzimmerteppich, nachdem ich vorher den Flurläufer, mein Arbeitszimmer und alle Ecken und Kanten, die ich mit der Tülle erwischen konnte, gereinigt hatte. Vor und zurück, gleichmäßige Bewegungen, die helfen mir dabei, meine Gedanken zu ordnen. An anderen Tagen ist es das Schwimmen: Einen Arm durchs Wasser ziehen, den anderen Arm durchs …

Um sieben Uhr am Sonntag bin ich hellwach. Die nächste halbe Stunde verbringe ich am Laptop – nein, nicht um meine Morgenseiten zu schreiben, sondern an meinen Artikel. Meine Recherchen dazu lassen mich nicht kalt, sie bringen mich mit Menschen in Kontakt, die seit Jahren ihre Körper misshandeln. Sie hungern, sie übergeben sich, sie nehmen …

Gemeinsam zu schreiben “… hilft uns weiter, wenn der innere Zensor sein hässliches Haupt erhebt und uns eindringlichst erklären möchte, dass unser Schreiben nichts taugt”, schreibt Johanna Vedral heute in Ihrem Blog-Beitrag: “Die richtige Schreib-Gruppe finden”. Das nenne ich Serendipity = glückliche Fügung. Denn gerade ist “freie Schreibzeit” im Bremer Schreibstudio. Hier schreibe ich etwa …

Wenn Lyrik wirkt – wie die Mohnblüte in Nachbarsgarten, die morgens stolz den Kopf reckt, mir entgegen zum Gruß mittags aufblüht wie die Sonne am Himmel überrot – bin ich glücklich. Wenn spätnachmittags der Wind die Blüte gleichmütig niedermäht, im Vorrübergehen: die glühende Hoffnung vom Leben, vom Glück – bin ich untröstlich. Wenn sich morgen …

Ich ging in der Pause. Und verpasste das Beste. Die Verse von Durs Grünbein, Nora Gomringer und Gerhard Rühm erreichten das Publikum bei der Eröffnung des internationalen Poesie-Festivals im Goethe-Theater in Bremen. Mich hatten ihre Vorredner nicht erreicht. “Lyrik muss die Menschen berühren, sonst handelt es sich um ‘bullshit’”, hatte TJ Dema aus Botswana auf …