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Meine Oma trug am liebsten breitkrempige Hüte. Viele waren grau, manche schwarz, einen umringte ein breites Satinband in passender Farbe. Diesen Hut habe ich aufgehoben. Ich nehme ihn manchmal aus der Schachtel und betaste ihn: fester, samtiger Stoff, er gibt Halt und ist weich zugleich. Ganz wie meine Oma. Ich liebte es, als Kind mit …

“Statt Karneval: Schreiben für die Seele” – heißt der Workshop, zu dem ich Freitag und Samstag auf die Nordseeinsel Wangerooge reise. Nicht allein, sondern mit einer Gruppe Gleichgesinnter, auf die ich mich schon riesig freue. Es wird auch höchste Zeit, das merke ich heute, brav am Schreibtisch, mal wieder alles hinter mir zu lassen, all …

So lautete der Titel einer bundesweiten Kampagne, die mehr Männer für den Erzieherberuf begeistern wollte, und so lautete auch der Arbeitstitel meines Artikels für Psychologie Heute. Und weil es immer ein gutes Gefühl ist, wenn das Geschriebene endlich Leser und Leserinnen findet, vermelde ich Euch heute erfreut: Der Text ist erschienen! Viel Spaß beim Lesen …

“In der Kürze liegt die Würze” – Sprichworte wie diese können mir durch den Tag helfen oder ihn mir vollkommen verderben. Weil Worte wirken, weil Menschen empfänglich für verbale Botschaften sind, weil wir – ob wir wollen oder nicht – auf das Feedback unserer Umgebung angewiesen sind. Wir können noch Tage, Monate, Jahre, nachdem wir …

Erinnert Ihr Euch an die drei buddhistischen Fragen, von denen ich vor ein paar Wochen hier im Blog schrieb? Sie lauten: Wofür bin ich dankbar? Wer war heute mein Lehrer? Was habe ich heute verschenkt? Meine Antwort auf die erste Frage lautet heute: Ich bin dankbar für einen tollen Freundschaftsdienst, dessen Gewicht man erst versteht, …

Bei meiner Sammlung von guten Gründen für das Schreiben, bin ich – eine gelernte Biografieforscherin – auch auf das Erzählen gestoßen. Erzählen – ob mündlich oder schriftlich – kommt unserer narrativen Identität zugute. Narrative Identität heißt, dass Menschen sich mit Hilfe von Narrationen, von Erzählungen, entwickeln und entwerfen und das, sobald das autobiografische Gedächtnis im …

Zu dieser Frage sammele ich seit einigen Wochen Ideen, Meinungen, Einsichten, um darüber demnächst einen langen Artikel zu schreiben. Heute berichte ich Euch von David Lätsch, einem Psychologen und Mitarbeiter der Universität Bern, der Antworten auf meine Frage in einem Buch versammelt hat (Schreiben als Therapie? Psychosozial Verlag 2011). In Interviews mit Autoren fand er …

– die eigene Geschichte mit den Mitteln des Romans spannend zu erzählen,  – und dabei prägende Themen des eigenen Lebens zu entdecken. – im Schreiben die eigene Lebensleistung zu würdigen, – den persönlichen Wachstumsprozess zu beschreiben, – LeserInnen die Möglichkeit zu geben, sich zu identifizieren und möglicherweise etwas für sich mitzunehmen, – schwierige Kapitel der …

Schneemagie. Oft ringen wir um neue Perspektiven. In Bremen hilft seit ein paar Tagen die Natur und erreicht auch mein Arbeitszimmer. Es ist auf einmal hell, im Sonnenlicht fast grell weiß hier drin, und draußen erst. Der Modder (noch ein ostfriesisches Lieblingswort) ist unter einem weißem Laken verschwunden, und auf unserem Küchenbalkon ist ein Zweitkühlschrank …

Die Angst vor dem leeren Blatt ist meiner Erfahrung nach ein Mythos. Ein beliebter Mythos, der von vielen Schreiblehrern beschworen wird und bei Autoren Angst und Schrecken verbreiten kann. Gut, ich gebe zu, der erste Satz benötigt besondere Sorgfalt, man muss an ihm herumfeilen, damit er zum Weiterlesen reizt. Trotzdem: Der erste Satz ist nicht …