Archives

Category Archive for: 'Das Ich'

Die Sprache verbindet Jung und Alt. Habe ich neulich erst wieder erfahren. Das Alter entscheidet allerdings darüber, was genau die Begeisterung für Buchstaben und Worte auslöst. „Wie schreibt man eigentlich „ey“?“, fragte neulich mein Sohn auf dem abendlichen Nachhauseweg. Wir waren gerade zwischen zwei Hecken in ein dunkles Stück Fußweg eingebogen, das wie eine Schleuse die hektische …

“Es schob sich einfach so dazwischen”, schrieb vor etwa dreißig Jahren die Niederländerin Anja Meulenbelt, die eigentlich gerade ein Fachbuch schreiben wollte. Was sich “dazwischen” drängte, war, glaube ich, “Schaamte vorbij” (Die Scham ist vorbei), ein frühes  Memoir, in dem Meulenbelt aus alten Rollen ausbricht und zur öffentlichen Rebellin wird. “Das ist es, was eine …

“After you learn how to truly observe the life you live, the result may be excellence – in both the writing and in the living” (Marion Roach, The Memoir Project). Es sind nur 114 Seiten, auf denen die Journalistin Marion Roach erklärt, worauf es beim Memoir-Schreiben ankommt: auf die kleinen Dinge im Leben. “Small things”, …

Meine Tochter  möchte, dass ich einen lustigen Blogbeitrag schreibe. Den Gefallen würde ich ihr gern tun, doch – wie das mit Auftragsarbeiten so ist – mir fällt einfach nichts Lustiges ein. Nur Instruktives oder Beschreibendes. Und Nachdenkliches. Also erzähle ich heute von unserer Reise nach Paris. im vergangenen Jahr haben wir -Mutter und Tochter – …

… so lautet der Titel eines sehr bekannten Buches von Nathalie Goldberg, Schreiblehrerin aus den USA. Es ist gefüllt mit Schreibstrategien und macht Laune, auch an ungewöhnlichen Orten das Laptop herauszuholen. Für mich ist Schreiben in Cafés eine Jobbeschreibung – ich betreibe seit Jahren mehrmals täglich Coffee-Hopping. Oft beginne ich mit dem Laptop oder dem …

Am Sonntag vor einer Woche war das Handy weg. Verschwunden. Das Diensthandy, mit allen Adressen, Telefonnummern, den Terminen, Apps, Gimmicks und Weckereinstellungen, die mein Mann so zum Leben braucht. Katastrophe. Auch nach zwei Stunden Suche: Handy unauffindbar. Der Schuldige ist dagegen schnell ausgemacht. Unser Sohn. Er hat schon zwei I-Pads auf dem Gewissen, weil Apple-Geräte …

Gestern beim eisgekühlten Hugo im Straßencafé führte ich mit meiner Freundin M. eines jener Gespräche, die sich im Kopf fortsetzen, wenn wir längst bezahlt und das Etablissement verlassen haben. Es ging um nichts Weniger als die Werte, die unser Leben bestimmen. “Weil ich es mir wert bin … ” ist ein geflügelter Satz geworden. Doch …

Ja? Respekt. Mir bleibt beim Lesen der Vorbilder von Shakespeare, Gryphius  oder Goethe die Luft weg. Jambus oder Alexandriner als Versmaß, auf jeden Fall aber zwei umarmende Reime in den Quartetten und dann sowas wie cdc/dcd, cde/cde und ccd/eed in den folgenden Terzetten. Außerdem ein Inhalt, deren Bedeutung Jahrhunderte überdauert, angeordnet nach dem Schema These, …